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komplexe Komplexe


Ein Mund in einem viel zu kleinen Körbchen
living with a grumpy saussage dog

Wir haben sicher alle schon mal gedacht oder gesagt "ach, der/die hat doch nur Komplexe". Aber was ist das eigentlich und wie geht man damit am besten um? Weißt Du selbst besser? Na dann bloß nicht weiterlesen! Kann eh keiner so gut wie Du :-)


Alle Menschen sind komplex, das ist normal. Alle Menschen haben Komplexe, das ist auch normal. Nicht normal ist dagegen, wenn man mit seinen Komplexen das Leben "der Anderen" zur Hölle macht. Denn unsere Minderwertigkeitsgefühle sollen uns eigentlich auf unsere Grenzen aufmerksam machen und können uns motivieren, ein besserer Mensch zu werden. Stattdessen werden viele Menschen immer unangenehmer, je tiefer sich der Minderwert in sie hineinfrisst. Komplexe - was ist das ? Siegmund Freud sprach von Minderwertigkeitskomplexen und ordnete sie den neurotischen Störungen zu. Klappe zu Affe tot. "Merkste was, haste was, Stempel drauf, nächster bitte". Alfred Adler, einer von Freuds Schülern, sah das etwas komplexer und viel menschlicher. Zunächst sprach er von Minderwertigkeitsgefühlen und entfernte damit schon mal die Schmach des Makels. Zum anderen erklärte er, dass Minderwertigkeitsgefühle oder Unterlegenheitsgefühle vor allem aus Vergleichen entspringen. Wenn ich mich mit meinen lockdown-gestählten 106 KG Coach-Potato vergleiche mit den Covermodels von "Mens Health" und "Fit for Fun", dann muss ich mich ja mies fühlen. Zwischen Job, Kindern und Haushalt bleibt einem Normalo natürlich einfach nicht die Zeit, stundenlang an Model-Maßen zu arbeiten. Oder wir können uns die Size-Zero-Diäten nicht leisten, weil wir den ganzen Tag etwas leisten müssen und bei Wasser und Reiswaffel ins Unterzuckerungs-Koma fallen würden.

Möchte ich eine Erklärung einfach | machen, dann könnte die evtl. so lauten: "Minderwertigkeitsgefühle entstehen, wenn ich etwas, das ich bin oder habe, mit etwas vergleiche, dass mir andere als Normal oder als erstrebenswert verkaufen wollen. Davon kann ich mich natürlich auch im Handumdrehen befreien. Indem ich meinem Wohlbefinden einen größeren Wert beimesse, als der Erfüllung von Erwartungen. Mal ganz abgesehen davon, dass viele davon ohnehin manipulativ sind, um mir etwas aufzuschwatzen und zu verkaufen. Und selbst wenn ich diese Gefühle ab und zu habe, wenn die versuchte Einflussnahme stärker ist als mein Bewusstsein, dass alles gut so ist, wie es ist oder wenigstens meinen momentanen Möglichkeiten entspricht, haben wir es hierbei mit ganz normalen Gefühlen zu tun, die jeder ab und zu hat. Andere "krank machend" oder "krankhafte" Minderwertigkeitsgefühle sind dagegen nicht "ab und zu da", sondern sind ständig präsent. Sie nagen an uns und höhlen uns so von innen aus. Von diesen "nicht normalen" Minderwertigkeitsgefühlen gibt zwei verschiedene Typen. Minderwertigkeit Typ A "Typ A" findet sich oder wesentliche Teile seines Selbst nicht okay. Seien es zu große Füße oder ein zu kleines Bankkonto, der A-Typ fühlt sich leicht unterlegen. Um das Gefühl der Unterlegenheit loszuwerden, treibt er erheblichen Aufwand, um sich aufzuwerten. Sportwagen, Edel-Uhr, Designer-Klamotten, Vorzeige-Frauchen etc. Was auch immer gut und teuer ist ist willkommen, um den empfundenen Makel zu kaschieren und damit auszugleichen. A-Typen streben also immer danach, anderen - und damit potentiellen Vergleichen - überlegen zu sein oder zumindest zu erscheinen. Das kann so weit führen, dass A-Typen als erste im Stau oder an der roten Ampel stehen müssen. Einfach deshalb um auszugleichen, dass sie sich in einem anderen wichtigen Lebensbereich so wertlos und armselig fühlen. Minderwertigkeit Typ B "Typ B" verfügt häufig nicht über die finanziellen Möglichkeiten von Typ A und muss sich daher etwas anderes einfallen lassen. Da der B-Typ sich nicht so lange mit teuren Accessoires schmücken kann, bis sich sein Selbstwertgefühl ausgeglichen anfühlt, bleibt im nichts anderes, als die Energie in die entgegengesetzte Richtung zu lenken. Und das bedeutet: Ich muss dafür sorgen, dass die anderen genauso unglücklich sind, wie ich. "tolles Kleid, ein wenig nuttig, aber DU kannst es tragen" oder "tolles, Jacket, gab es das nicht mehr in Deiner Größe?", "ja, mein Vater hat immer gesagt, mit nachlassender Potenz werden die Autos immer schneller" sind Sprüche, mit denen Typ-B um sich wirft. Egal, aus welchen Gründen er "nicht mithalten" kann oder so fühlt, als sei das so. Da ihm die Möglichkeiten fehlen, das Niveau auszugleichen, muss er uns halt auf sein Niveau hinunter holen. Auch so kann man schließlich eine Differenz beseitigen. Was tun sprach Zeus!? Menschen, die offensichtlich Minderwertigkeitsgefühle haben und diese ausleben, statt sie loszuwerden, sind anstrengend und können einem den Tag ganz schön versauen. Folgende einfache Strategien helfen Dir, mit ihnen klar zu kommen: Typ-A-Strategie Lass den Pfau sich kurz aufplustern und abreagieren. Wenn Du diesen Menschen die Möglichkeit nimmst, sich zu inszenieren, werden sie jede Chance für einen erneuten Anlauf suchen und es erneut versuchen. Also lass sie lieber ein paar Minuten ihr Schauspiel aufführen und genieße dann den Rest des Abends ohne weitere Andeutungen oder Aufführungen. "Mensch, das ist toll!" oder "wunderbar, das hast Du Dir auch verdient" und ähnlich wertschätzende Kommentare sorgen dafür, dass der A-Typ sich bei Dir wohl fühlt und sein Vergleich/Überlegenheitsmuster in Deiner Gegenwart nicht aktiviert wird. Typ-B-Strategie Normalerweise empfehle ich meinen Klienten, B-Typen aus ihrem Leben zu entfernen, weil diese auf Dauer nur traurig oder sogar krank machen. Wenn das - gleich aus welchen Gründen - nicht möglich ist, dann gib Typ-B am besten die Möglichkeit, sich einmal kurz auszukotzen. Am lieben an einem gemeinsamem Lieblingsfeind. Du musst ja nicht teilen oder gar fühlen, was Typ-B umtreibt. Aber wenn Du den unvermeidlichen Kontakt mit Typ-B aufrecht erhalten musst oder die angenehmen Seiten genießen möchtest (ich gehe zumindest davon aus, dass jeder solche hat), dann lass auch ihn sich kurz auskotzen. Sterne gelegentlich "das geht auch gar nicht" oder "das kann ich gut nachvollziehen" ein. Hauptsache, DU wirst nicht das Ziel von Typ-B. Merke: Minderwertigkeitsgefühle sind gleichzeitig der Versuch, diese auf dem Weg von Typ A oder B auszugleichen und gehören ganz normal zum Leben. Aber zu dem Deines Gegenübers. Sie sagen nichts über Dich, es sei denn Du entscheidest, diese ernst und gegen Dich gerichtet einzuschätzen. Wovon ich Dir aber ganz entschieden abraten möchte. Denn: "ich habe da viel mehr Erfahrung als Du" und "Deine Gedanken driften ohnehin gerne in eine destruktive Richtung" :-) Du weißt, was ich meine. Ansonsten "siehe oben" :-) Bleib lieber gesund und fröhlich & bis nächste Woche!

Ach ja, eins noch: Wenn Du mehr über Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen und andere Typen von der Sorte "die muss man sich nervlich erst mal leisten können" wissen willst, dann habe ich hier was für Dich:


Herzliche Grüße aus Düsseldorf, Frank Max, Coach, Autor, Einfach | Macher www.Frank-Max.com

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