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Ausdauer - manchmal Segen, manchmal Fluch


Ausdauer als Schlüssel zum Erfolg, z.B. vor dem Mauseloch

 

Wenn wir Ausdauer hören, dann denken wir meistens an Sport. Dabei geht es in diesem Beitrag um eine andere Art von Ausdauer, nämlich beim Warten auf Ergebnisse oder den nächsten Schritt. Auch Beharrungsvermögen genannt, galt diese Fähigkeit lange als Tugend. Aber wehe, wenn jemand auf einem Standpunkt beharrt und dieser anderen nicht passt. Dann wird der Segen leicht zum Fluch.

 

Ausdauer und Beharrungsvermögen als Segen

Gandhi, Mutter Theresa, J.A. Edison sind nur ein paar Beispiele dafür, was Menschen bewirken können, wenn sie beharrlich an einer Idee festhalten, egal wie groß diese ist. Zig Ziglar, der große amerikanische Motivationsredner, wurde niemals müde darauf hinzuweisen, wie wichtig es ist, ein Ziel zu haben und jeden Tag ein wenig daran zu arbeiten. Sie haben erstaunliche Ausdauer beim Verfolgen ihrer Ziele bewiesen. Und sei es nicht in der Umsetzung, dann doch zumindest an der Vorbereitung, oder wenigstens das Sammeln weiterer Lösungsideen. Mein Lieblingszitat von Zig Ziglar lautet: „you don`t have to be great, to start. But if you start, you are great“ (Du musst nicht großartig sein, um zu starten. Aber wenn Du startest, bist Du großartig). Zumindest dann, wenn Du die Ausdauer aufbringst, so lange am Ball zu bleiben, bis sich der Erfolg – quasi von alleine – einstellt. Ähnliches empfahl auch Brian Tracy: „Arbeite nicht an vielen kleinen Zielen, sondern finde das übergeordnete große Ziel hinter Deinem Ziel. So bist und arbeitest Du niemals ziellos. Ein kleiner Rückschlag stellt dann auch nicht gleich das ‚Große Ganze’ in Frage“. Ich komme gleich darauf zurück.

 

Ausdauer und Beharrungsvermögen als Fluch

Andererseits kann sich Ausdauer und Beharrungsvermögen an der falschen Stelle in etwas Negatives verwandeln. Aus ‚Glück ist, was du daraus machst‘ von Inge Helm stammt die folgende Zen-Geschichte, auf die mich eine sehr geschätzte Studentin aufmerksam machte:

 

An dir liegt es

Der Meister hatte mit seinen jungen Schülern einen Ausflug gemacht. Zur Rast setzten Sie sich an das Ufer eines Flusses, dass steil nach unten abfiel. Einer der Schüler fragte: „Sag Herr, wenn ich nun abrutschen würde und in den Fluss stürze, müsste ich dann ertrinken?“ „Nein“, antwortete der Meister. „Du ertrinkst nicht, wenn du in den Fluss fällst – du ertrinkst nur dann, wenn du drinbleibst.“ 

 

Leider benehmen sich viele Zeitgenossen eher im Sinne von „drinbleiben und ertrinken“: Gegenüber Mitarbeitern und Kollegen, in Beziehung und Familie oder auf der Straße. Sie beharren auf ihrer Meinung/Position/auf ihren Individualrechten, die gewichtiger erscheinen als der gesunde Menschenverstand oder die Rechte der Allgemeinheit.

 

Die Dosis macht das Gift

Der Meißner Samuel Hahnemann beharrte 1810 auf seiner Überzeugung „Die Dosis macht das Gift“ und (er-)fand somit die Homöopathie. Immer wieder angefeindet und angeklagt wurde auch Sebastian Kneipp, dessen „Heilen mit Wasser“-Ansatz die konservativen Mediziner-Gemüter Mitte des 19. Jahrhunderts erzürnte. Es lohnt sich also manchmal, Widerständen zu trotzen und auf einer Überzeugung zu beharren. Unzähligen Menschen konnte inzwischen geholfen werden, weil Hahnemann und Kneipp auf ihrer Überzeugung beharrten. Insbesondere wenn es sich um das Lebenswerk handelt, der Beharrer also ausreichend Indizien oder sogar Beweise hat, dass er auf etwas allgemein Nützlichem beharrt.

 

Trotziges Beharren auf einer unbewiesenen Meinung oder persönlichen Ansicht gehört jedoch nicht dazu. Wie stellen wir aber nun fest, ob wir auf etwas beharren, dass etwas großartiges werden kann oder nur eine persönliche Grille pflegen?

 

Die Antwort findet sich im ersten Absatz: „Wenn es Deine Lebensaufgabe, Dein Schicksal ist, dann ist es nicht plötzlich einfach da“. Dann gibt es eine Geschichte dazu und drumherum. Wie z.B. dieser Blogartikel auf einer mehr als 20-jährigen Lerngeschichte zum Thema Coaching wurzelt und nicht eine bloße Grille ist, die mal eben einer netten kleinen Geschichte entsprang.

 

Und so hat auch dieses Projekt eine nahezu ähnlich lange Geschichte:



Für manche zu knapp, für andere zu lang. Aber das Lustigste und Aufschlussreichste, was mir zum Thema Mitmenschen verstehen, in den vergangenen 20 Jahren eingefallen ist. Viel Spaß beim Lesen! Ich freue mich über Feedbacks!

 

Herzliche Grüße aus Düsseldorf,

Frank Max – Coach, Autor, einfachMACHER

 

keyvisual (c) powerofforever @ Getty Images Signature

 

 

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