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Umweltbedingte Stressoren - Wenn Dein Umfeld Dich fertig macht


Autos im Stau vor einem dunklen Himmel

In unserer hektischen Welt werden wir täglich mit einer Vielzahl von Stressfaktoren konfrontiert. Neben den gängigen psychosozialen Belastungen wie Arbeitsdruck oder familiäre Verpflichtungen gibt es eine subtilere, aber ebenso wirkungsvolle Kategorie: umweltbedingte Stressoren. Diese sind physische oder chemische Faktoren in unserer Umgebung, die unser Wohlbefinden beeinträchtigen können.

Und umweltbedingter Stress ist auf dem Vormarsch, denn immer mehr Menschen leiden unter Stress durch Umweltfaktoren. Sei es am Arbeitsplatz, im Verkehr oder durch Umweltverschmutzung. Unsere Umwelt ist inzwischen für viele eine Stress-Quelle. In diesem Blog-Beitrag möchte ich die häufigsten umweltbedingten Stressoren etwas näher betrachten und erste Tipps geben, wie Du ihnen entgegenwirken kannst.

 

Einige der häufigsten umweltbedingten Stressoren sind:

 

  • Schlechte Arbeitsbedingungen

  • Verkehrsstaus

  • Umweltverschmutzung

  • Elektro-Smog-Belastung

  • Wohnraummangel

 

Im Folgenden betrachten wir diese etwas genauer:

 

 

Schlechte Arbeitsbedingungen

Ein prägnantes Beispiel für umweltbedingten Stress am Arbeitsplatz sind ergonomisch ungünstige Büroeinrichtungen. Eine Studie der Initiative Gesunder Rücken e.V. hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Büroangestellten über Rückenschmerzen klagt, was häufig auf eine schlechte Sitzhaltung zurückzuführen ist. Dieser Stressor kann zu chronischen Schmerzen und letztlich zu psychischem Stress führen. Auf den Webseiten vieler Krankenkassen finden sich Tipps und Übungsanleitungen für einen starken Rücken, der auch nicht ganz optimale Büromöbel ein wenig ausgleichen hilft. Wechselbelastung (abwechselnd stehen und sitzen) und das Beachten von Arbeitsschutzvorschriften (die Bildschirmarbeitspause gibt es ja nicht zufällig) helfen, Stress und Schäden durch schlechte Arbeitsbedingungen entgegenzuwirken.

 

 

Verkehrsdichte und Staus

Hohes Verkehrsaufkommen, rücksichtsloses Fahrverhalten und Verkehrsstaus sind ein alltägliches Ärgernis für Millionen Pendler weltweit. Eine Studie aus dem Jahr 2021 von INRIX, einem Unternehmen für Verkehrsanalytik, verdeutlichte, dass Fahrer in Großstädten jährlich bis zu 100 Stunden im Stau verbringen. Die damit verbundene Frustration und Zeitverschwendung führt zu erhöhtem Stresslevel und kann das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen steigern. Entsprechend ‚vorgeglüht‘ verbleibt natürlich ein dünneres Nervenkostüm und eine kürzere Zündschnur, um auf andere Stressoren zu reagieren.

 

 

Umweltverschmutzung

Die Auswirkungen von Umweltverschmutzung auf die Gesundheit sind gut dokumentiert. Feinstaub und Schadstoffe in der Luft können Atemwegserkrankungen verschlimmern und zu einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte führen. Eine globale Studie, die in der renommierten Medizin-Zeitschrift Lancet veröffentlicht wurde, schätzte, dass bereits im Jahr 2015 etwa 9 Millionen vorzeitige Todesfälle mit Umweltverschmutzung in Verbindung standen. Da sich Feinstaub und andere Stoffe auch mit anderen Schwebstoffen, zum Beispiel Pollen, verbinden, fallen allergische Reaktionen teilweise viel heftiger aus als auf das Allergen alleine. Richtiges Lüften für Allergiker kann also auch denen helfen, die nicht auf die Pollen reagieren, aber auf die Stoffe, die sich an die Pollen heften.

 

 

Elektro-Smog-Belastung

Elektro-Smog, also die Belastung durch elektromagnetische Felder, ist eine relativ neue Sorge. Obwohl die Weltgesundheitsorganisation angibt, dass die derzeitigen Beweise für gesundheitliche Auswirkungen durch Elektro-Smog nicht überzeugend sind, berichten einige Menschen über Symptome wie Schlafstörungen und Kopfschmerzen, wenn sie elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sind. In der Medizin ist das Phänomen MCES (multiple erhöhte Empfindlichkeit gegenüber chemischen und elektronischen Belastungen) dagegen teilweise schon gut beschrieben. Mehrere Mobilfunkfrequenzen, Datenfunk, Fernseh- und Radiosendungen, WLAN und Bluetooth – es geht so einiges durch die Luft. Und wenn man im Physikunterricht sieht, wie zum Beispiel Wasser auf unterschiedliche Frequenzen reagiert ist es sicherlich nur noch eine Frage, wie lange es dauert, bis auch die konkreten Auswirkungen auf den menschlichen Körper konkret nachgewiesen werden können. Aber selbst, wenn es nur ein Placebo-Effekt ist und die Schäden durch die Sorge und Angst entstehen, ändert sich nichts am ursprünglichen Auslöser.

 

 

Wohnraummangel

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Großstädten führt zu Stress, da Menschen einen hohen Anteil ihres Einkommens für Wohnkosten aufwenden müssen oder lange Pendelzeiten in Kauf nehmen. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) geben Haushalte in Großstädten durchschnittlich mehr als 30% ihres Nettoeinkommens für Miete aus. Und am vergangenen Wochenende las ich einen Artikel, wonach sich die Anzahl er Menschen in Deutschland, die sich mit beengtem Wohnraum arrangieren müssen, seit 2009 konstant zunimmt. Bei Ratten ist gut erforscht, wann der Gedränge-Stress so groß wird, dass sie sich gegenseitig an die Kehle gehen. Stammt ein Teil der zunehmend eskalierenden Gewalt daher? (vgl. Kriminalitätsstatistik NRW)

 

Umweltbedingter Stress ist eine reale Herausforderung unserer Zeit. Durch bewusste, teils kleine, Veränderungen im Alltag können wir jedoch dazu beitragen, diese zu minimieren und unsere Lebensqualität zu verbessern. Schon einfache Mittel können helfen, Belastungen durch Umweltbedingungen und umweltbedingten Stress zu reduzieren:

 

Arbeitsplatzgestaltung verbessern: Investiere in ergonomische Möbel oder nutze Stehpulte. Eine preiswerte Lösung können auch Schreibtischaufsätze sein.

Mobilität optimieren: Nutze das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel, um Staus zu umgehen. Wenn das Wetter es zulässt, steige eine Station später ein oder früher aus und leg die restliche Strecke zu Fuß zurück.

Luftqualität erhöhen: Verwende einen Luftreiniger oder nutze Zimmerpflanzen. Zimmerfarne, Einblatt, Calathea werden häufig empfohlen. Tipps zur Auswahl und Pflege findest Du auf den meisten Webseiten von Gartencentern (z.B. Dehner).

Elektro-Smog reduzieren: Begrenze die Nutzung von elektronischen Geräten und schalte den WLAN-Router nachts aus. Lade Deine Mobilgeräte lieber im Nachbarzimmer und nicht auf dem Nachttisch.

Wohnsituation überdenken: Suche Dir eine Wohnung in einer ruhigeren Nachbarschaft oder z.B. in der obersten Etage, wenn Dich das Trampeln der Nachbarn nervt.

 

Beachte dabei nicht nur die einzelnen Stressoren, sondern auch die Gesamtbelastung. Eine ruhigere Wohnung, die Du mit einem längeren Weg zum Arbeitsplatz und damit mehr Stress durch Stau und Smog bezahlst, ist vielleicht doch nicht die beste Lösung. Umweltbedingter Stress ist eine reale Herausforderung unserer Zeit. Durch bewusste Veränderungen im Alltag und politisches Engagement können wir jedoch dazu beitragen, diese Belastungen zu minimieren und unsere Lebensqualität zu verbessern.

 

Herzliche Grüße aus Düsseldorf

Frank Max – Coach, Autor, einfachMACHER

 

cars jammed in traffic © Vinh Dao @ Canva Pro

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