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Loyalität - nicht(s) für jeden?

Aktualisiert: 19. Dez. 2023


Einbahnstraßen Schild mit dem Text  Loyalität

Während Loyalität vom Mitarbeiter erwartet wird, wird sie diesem vom Arbeitgeber oft nicht gewährt. Was läuft da falsch?


Das Lexikon definiert Loyalität als die Treue und Verbundenheit zu einer Person, Gruppe oder Organisation sowie das Eintreten für ihre Interessen und Ziele. Dabei geht es um das Verhalten, das auf der Grundlage von Werten wie Vertrauen, Respekt und Solidarität geprägt ist und auch eine moralische und ethische Komponente haben kann, indem sie dazu beiträgt, Beziehungen aufrechtzuerhalten oder Konflikte zu lösen.


Loyalität ist: Einer für Alle! Klassische Beispiele für loyales Verhalten sind:


  • Ein Hund, der seinem Herrchen oder Frauchen treu ergeben ist und sie beschützt.

  • Ein Sportteam, dessen Mitglieder loyal zueinander stehen und gemeinsam für den Erfolg kämpfen.

  • Eine Freundschaft, in der man einander immer unterstützt und füreinander da ist.

  • Ein Angestellter, der seinem Unternehmen treu bleibt und sich auch in schwierigen Zeiten für dessen Interessen einsetzt.


Loyalität ist dagegen nicht: Alle für Einen!

Auch wenn uns der von den unverbrüchlichen Musketieren bekannte Spruch, der beide vorherigen Überschriften vereint, so bekannt vorkommt, "Alle für Einen" nichts mit Loyalität für den den Einzelnen zu tun. Vielmehr ist hiermit gemeint, dass die Loyalität gerichtet ist auf die Eine / den Einen an der Spitze der Gruppe oder Organisation.


Missverstandene Loyalität: Du für alle, aber keiner für Dich!

Viele Führungskräfte, die sich voll und ganz und äußerst loyal für ihren Arbeitgeber eingesetzt oder gar aufgeopfert haben, müssen feststellen, dass Loyalität eine Einbahnstraße ist und insbesondere vom Arbeitgeber selten erwidert wird. Langjährige Mitarbeiter werden aufgrund alter Arbeitsverträge entlassen und müssen ihre spärlich Rücklagen aufbrauchen oder sind auf Sozialhilfe angewiesen, weil das Renteneintrittsalter 5 Monate nach dem Ende des Arbeitsvertrags liegt. Verdiente Führungskräfte der zweiten Ebene werden entlassen oder in ein Outplacement abgeschoben, weil die neue junge erste Führungsebene lieber aus eigenen Fehlern lernen will, als auf die zu hören, die schon lange wissen, wie man sie vermeidet.


Der Loyalitäts-Bias

Der Loyalitäts-Bias besteht darin, dass wir dazu neigen, unser Verhalten und unsere Entscheidungen aufgrund von Loyalität zu Freunden, Familie oder unserem Arbeitgeber zu beeinflussen. Dadurch können wir voreingenommen sein und keine objektiven Entscheidungen mehr treffen. Der Loyalitäts-Bias kann unsere Fähigkeit beeinträchtigen, Dinge kritisch zu betrachten und unvoreingenommen zu handeln. Dazu gehört, dass wir erwarten, dass wir zurückbekommen, was wir gegeben haben. Da eine solche Relation aber meist nur erdacht ist und selten gelebt wird, kommt für manchen ein böses Erwachen. Nämlich dann, wenn die Realität zeigt, dass wir uns etwas vorgemacht haben.


Vorsorge gegen enttäuschte Loyalitätserwartungen

Meine Oma sagte oft zwei Dinge, die sehr gut zum Thema Loyalität passen:


Trau, schau wem!

&

Was Du schwarz auf weiß besitzt, kannst Du getrost nach Hause tragen!

Schau Dir also die Menschen gut an, denen Du bereitwillig Deine Loyalität schenken würdest. Zeigen Sie gegenüber anderen Verhaltensweisen, die Dich an ihrer Loyalität zweifeln lassen, brauchst Du nicht anzunehmen, dass sie sich Dir gegenüber anders verhalten werden.

Und lass Dir alles schriftlich bestätigen. Zur Not schreibst Du eine Bestätigung und übergibst sie. Wenn dieser nicht widersprochen wird, kannst Du Dich im Zweifelsfall darauf berufen. Anschließend kannst Du, wie gewohnt und ohne falsche Hoffnungen auf leere Versprechen Dein Bestes geben.


herzliche Grüße

Frank Max Coach, Autor, einfach|MACHER




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